Odotetaan Team Germany
28.06.10
28.06.10
Ohne Pause geht es weiter. Ich muss jetzt schnell ins Stadion, das erste Spiel beginnt gleich.
Auf dem Weg durch die Innenstadt verliert das Navi im Tunnel die Orientierung. Wir biegen falsch ab und kennen dafür die Gegend um den haupbahnhof jetzt sehr gut.
Am Stadion angekommen versucht Katrin Bartels meine Akkreditierung zu besorgen. Niemand gehts an Telefon und die spielen schon die Nationalhymnen. Aber ich bin rechtzeitig vor Ort, als es beginnt.
Einige Zuschauer sind auch da, später kommen noch mehr. Am Ortseingang von Stockholm wurde auf den Schildern der Verkehrsleitzentrale auch Werbung gemacht für die WM. In der Stadt selber sieht man allerdings weniger davon.
USA bekommt den Ball. Sie starten sehr nervös. Östereich kann in den beiden ersten Drives durchaus mithalten. Doch dann schlägt USA mit der Athletik zu. Kurze Screenpässe und ab gehts. Die USA ist verdammt schnell, groß, athletisch und dizipliniert. Und sie wirken leider verdammt arrogant. Schnell führen sie 19:0 im ersten Quarter am Ende sind es 63:0 für den Favoriten. Ein bisschen hoch für tapfer kämpfenden Österreicherinnen. Mit zwei unterhalte ich mich abends im Hotel noch. Sie waren schon sehr geknickt, ein bisschen mehr hatten sie sich schon erhofft. Aber die körperliche Überlegenheit der Amis war zu deutlich. Da hat es schon ganz schön gerummst.
Nach der PK hat Katrin Bartels für uns eine Kneipe gefunden. Fussball Deutschland-England. Der Klassiker. Ein tolles Spiel. Wenn Fussball immer so wäre, wer weiß ob ich dann nicht immer noch dem runden Ball hinterher jagen würde. Aber ist es ja nicht. Während wir da sitzen, kommen immer mehr dazu. Alles Fans der Deutschen Mannschaft. Ein schwedisches Päarchen, Austauschstudentinnen aus Deutschland. Es bildet sich eine große Gruppe. 4:1 was, für ein Spiel. Ab sofort beschwere ich mich auch nicht mehr über das Wembley-Tor, da steht es eins zu eins zwischen England und uns. Mit Abpfiff gehe ich wieder ins Stadion, denn hier spielen jetzt unsere Gegner Schweden und Kanada. Kanada hat leichte Vorteile. Die Schwedinnen sind schon sehr klein. Ein bisschen erinnert es an Schüler-Tackle Football und oder Frodo aus dem Herr der Ringe. Aber sie sind schnell und engagiert. Das Publikum brüllt das Team nach vorne. Super Stimmung. Kurz vor dem Ende des dritten Quarters wird es spannend. Die Defense von kanada erobert einen Ball und trägt ihn zum 12:0 zurück. Doch Schweden kontert mit Kickoffreturn Touchdown. 12:6. Schweden fightet wirklich hart. Doch am Ende rettet Kanada mit einer Interception das Spiel und gewinnt seinen Auftakt. Leicht ist kein Spiel bei der WM, aber beide Gegner sind machbar. Der Satz könnte auch aus Waldis WM-Club stammen 😉
Nach dem Spiel wieder eine PK. Wieder sitze ich alleine vor den Coaches und Spielerinnen. Laureen von der IFAF führt souverän durch die Pressekonferenz. Allso super, nur leider kein einziger Journalist vor Ort. Nicht einmal bei dem Schweden Spiel. Traurig. Die Fussball WM zieht hier als Ausrede nicht, weil Schweden ja gar nicht dabei ist. IFAF spult den kompletten PR-Stuff ab, nur an die Journalisten hat keiner gedacht. Auf Nachfrage weiß Laureen nicht einmal, wie die EInladungen vor Ort liefen. Wahrscheinlich hat sich keiner drum gekümmert. Das ist schade, denn der Rest der WM ist super toll. Bisher klappt alles, vor Ort ist die Organisation super, es gibt regelmäßige Shuttle-Busse. Perfekt. Nur bei der Presse harpert es leider noch.
Ich fahre mit Team Kanada zurück. Man kommt schnell ins Gespräch. Alles sehr nett und entspannt hier. für 20 Minuten setzt sich die Deutsche Vorhut mal ans Wasser und geniesst das Hotel, den Blick und den aufgehenden Mond.
So entspannt ist es aber dann auch nicht. Zurück im Zimmer gehts nochmal an die Arbeit. Einen Artikel schreiben, Laptop online bringen, Videos speichern, Bilder auf Laptop, etc…
Mir fallen die Augen zu. Der 48 Stunden Tag geht zu Ende. Gute Nacht.
28.06.10
Der 48-Stunden Tag ist vorbei. Direkt nach dem Training am Samstag bin ich mit Thorsten Kunert im Equipment-Laster nach Stockholm gefahren. Das war Stress.
Zuerst einmal mussten wir noch einen Abstecher nach Berlin machen. Die Geschichte mit den Hosen. Die Details kommen später, nur soviel: Thomas Winter hat noch einen Satz Hosen aus dem Fundus der Nationalmannschaften mit ICE-Express von Hamburg nach Berlin geschickt. Den mussten wir aufsammeln, obwohl das Navi uns schon als knapp in der Zeit berechnet hat. Also gurken wir einmal durch Berlin. Durch Mecklenburg -Vorpommern sind wir dafür geflogen, Fuss auf dem Gas und immer am Limit. Es kommt wie es kommt, die Fähre hatte natürlich Verspätung und wir konnten n Sassnitz warten. Egal, Hauptsache an Bord. Fast vier Stunden überfahrt von 23:00 bis 3:00. Irgendwo auf einem unbequemen Sitz habe ich auch mal für eine Stunde die Augen zugemacht. Und immer wieder auf dem Bildschirm geschaut, der ohne Sound, aber mit schwedischen Untertiteln einen Film mit Robert Redford brachte.
Der Blick vom Deck war dafür fantastisch. Hinter uns der Vollmond, der sich im Meer spiegelte und vor uns ein Vorzeichen der Mitternachtssonne. Der Himmel zeigte für Stunden eine Dämmerung im Norden mit tollen Farben. Aber da es saukalt war auf Deck, gleich wieder rein.
Von Trelleborg aus sind es 600km bis Stockholm. Durch die nacht, die dann auch schon ab halb vier keine mehr war, fuhren wir nordwärts. Und kämpften gegen den Schlaf. Thorsten hatte mir vor der Fahrt ja gedroht: Weil ich ihn hier im Blog mal als Griesgram bezeichnet hatte, sollte ich auf der Fahrt leiden und in Schweden dann aus den Wagen fliegen. Aber wir verstanden uns gut und zum Glück fuhr er die meiste Strecke, denn mir fielen immer wieder die Augen zu.
Um 10:30 waren wir dann pünktlich in Stockholm. Katrin Bartels empfing uns. Sie hatte das wichtigste schon organisiert. Zuerst kamen die Jerseys in die Waschmaschine. Die mussten wir erst mal suchen. Aber bei der Suche kommt man auch schnell in Kontakt. Spielerinnen von Team Kanada halfen uns weiter. Später habe ich Österreich den Wg dorthin gezeigt.
Dann mussten wir den Bus ausladen. Ich weiß nicht, wie oft ich gelaufen bin. Aber ich weiß, das wir verdammt viel dabei haben. Wirklich viel. Wir sind auch das einzige Team mit eimen Equipment-Raum. Thorsten hat eine Abstellkammer, halbvoll mit alten Möbeln, bekommen. Binnen weniger Stunden war sie nicht mehr wiederzuerkennen. Hier ist jetzt sein Reich im Keller. Wir haben sowieso viel mehr dabei als die Gegner. Als einzige haben wir einen eigenen Arzt mit dabei.
26.06.10
Das Tempo im Training wird schneller. Die Vorbereitung auf Schweden beginnt.
Die Coaches ziehens tempo an und das Team geht mit. Es macht Spass zuzuschauen. Heute war die Presse da und das Team trainiert gerade mit den Spieltrikots. Die Trikots und Hosen waren heute das Thema Nummer eins. Gerade bei den Hosen passte nicht alles wie gewünscht. Die einen kamen überhaupt nicht rein, die anderen passten zweimal rein. Manchmal war die Größe M kleiner als S. Chaos zur Mittagszeit. Jetzt beim Training hat es sich etwas gelegt. Eine Lösung ist in Sicht, dazu aber später mehr.
Zum Pressetermin kam TV, Radio, lokale Presse und der Huddle. Jörn Maier und Daniel Koch standen Rede und Antwort in lockerer Runde.
Für mich steht jetzt die Abfahrt an. Das nächste Mal melde ich mich aus Schweden. Zusammen mit Thorsten Kunert fahre ichdas Equipment nach Stockholm und filme morgen dann die beiden ersten Begegnungen. Abfahrt ist um 17:30, um 22:30 nehmen wir die Fähre von Sassnitz und dannhaben wir noch 600 km von Trelleborg nach Stockholm vor uns. Am Vormittag wollen wir dann ankommen. Katrin Bartels als Chef de Mission ist bereits heute geflogen und nimmt am Technical Meeting teil. Thorsten hupt, ich muss los…..
25.06.10
Das erste Training ist geschafft. Die beiden ersten Theorie-Einheiten auch.
Fazit: Es gibt viel zu tun. Obwohl viel hängengeblieben ist und wir auf den Stand von Silberborn aufbauen können, ist noch viel zu tun. In der Offense sahen einige Dinge nicht schlecht aus. Aber auf dem Weg zur WM sind wir erst am Anfang. Jetzt heisst es hart arbeiten. Das Feuer zum Lodern bringen. noch fehlt der richtige Schwung. Aber das wird kommen, da bin ich mir sicher.
Heute abend gabs gleich eine kleine Grillparty. Thorsten als Grillmeister sorgte für das Fleisch auf dem Teller.
Ich mach jetzt Schluß und geselle mich zu den Leuten am Lagerfeuer. Dieses Feuer lodert schon heute. Genug für den ersten Tag…
25.06.10
Endlich geht es los.
Heute nacht hat mein Computer noch die Mails der letzten Wochen konvertiert und vom Desktop auf meinen Laptop kopiert.
Morgens früh war die Nacht um 5:00 Uhr zu Ende. Der Wecker klingelt so laut, als ob er die ganze Straße wecken will. Am Hauptbahnhof in Frankfurt treffen wir die vier Mainzer Mädels. Eigentlich erstmal nur nur drei, denn Michelle Schaffer kommt erst in letzter Minute. Ohne gemeinsam gebucht zu haben, sitzen wir im selben Wagon, nur eine Reihe voneinander entfernt. Da der Zug leer ist, flüchten die anderen Fahrgäste und lassen uns die acht Sitzplätze rund um die zwei Tische. Es wird viel erzählt und gelacht. Irgendwo hinter Fulda wird das Playbook rausgeholt und gelernt. Die eine Seite stellt mit Euro-Münzen und Ringen eine Offense. Sonja Meurer hat sich für alles einen Spickzettel. Wirklich für alles. Rebekka Braun callt die Defenseformation aus Kupfergeld und Birgit Schwenk spielt die Line-Stunts und Blitze. Der Schaffner schaut recht dämlich, als er vorbeikommt. Ich schaue auch etwas überrascht als eine Reihe weiter plötzlich Svenja Konoawalczyk vor mir steht. Die Kielerin arbeitet ja in Heidelberg und saß schon die ganze Zeit im Zug. Nur mit ihrer Schlafmaske habe ich sie nicht erkannt.
Mit 10 Minuten Verspätung kommen wir in Berlin an und müssen eine S-Bahn später nehmen. Aber Thorsten holt uns mit dem Wagen am Bahnhof ab. Die Mädels wählen als Alternative zum Laufen die Ladefläche des Sprinters. Während der fünf Minuten zum Sportpark ertönt aus dem dunklen Laderaum die Nationalhymne. Gut gelaunt treffen wir ein.
Hier ist schon alles perfekt vorbereitet. Christiane Langkamm hat im Orga Meeting Raum schon die Kaffemaschine angeschmissen. Auf unserem Zimmer liegen Plastikbeutel mit den neuen Klamotten. Toll, was alles auf die Beine gestellt wurde. Dank Spenden wurde das Paket um ein T-Shirt, eine Mütze, einen Schlüsselanhänger und eine Trinkflasche ergänzt. Besonders letztere ist bei dem Wetter sinnvoll. Jeder trägt seine Flasche mit sich rum, damit genug Wasser getrunken wird. Und natürlich wurde jede Flasche gleich mit dem Namen beschriftet. hier fühlt man sich willkommen, jetzt kann die Arbeit losgehen
24.06.10
hat man früher gesagt, heute vielleicht eher eine blanke DVD.
Alle Artikel, die ich für den Blog in Reserve hatte, sind jetzt aufgebraucht. Die Vorbereitung ist abgeschlossen. Morgen früh geht es ins Camp.
Ab diesem Augenblick wird die Geschichte der Deutschen Frauen-Nationalmannschaft geschrieben. Zeile für Zeile wird das weiße Stück gefüllt. Mit welchen Erfolgen, Geschichten, Abenteuern und Heldentaten weiß heute noch keiner. Egal was passiert, wir werden es hier im Blog dokumentieren. Und wir werden alles daran setzen, dass dieses erste Abenteuer der Nationalmannschaft ein erfolgreiches wird. Lange genug haben die Frauen der Damenbundesligen darauf gewartet. Ab morgen ist der Zeitpunkt gekommen, die Pläne und Ziele in die Tat umzusetzen.
An alle Fans der Deutschen Mannschaft, egal ob Ihr in Stockholm oder zuhause mitfiebert: Schickt uns Eure Geschichten, Erlebnisse, Fotos. Wir wollen hier im Blog alle zusammen stehen und die Frauen-Nationalmannschaft nach vorne bringen.!!!
In diesem Sinne
Auf eine erfolgreiche Weltmeisterschaft 2010
24.06.10
Am Sonntag eröffnet Österreich die WM mit dem Spiel gegen die USA.
http://afboe.at/nc/aktuell/news/article/oesterreichs-damen-gegen-usa/
24.06.10
http://www.footballcanada.com/News/OldNews/tabid/63/language/en-CA/Default.aspx?newsid=265
23.06.10
Die Firma LGSports bietet einen Livestream mit englisch sprachigen Kommentar von der WM an. Alle Spiele werden Payperview für 9,90 € ins Internet übertragen. Für die Zuschauer in den USA gibt es zusätzlich eine zeitversetzte Übertragung der Spiele.
Die Übertragung kann mit PayPal bezalt werden. LGSports ist ein schwedischer Anbieter, der neben American Football auf Fussballspiele der 2. und 3. Liga in Schweden spezialisiert ist. Vor kurzem hat LGSports bereits die EFAF-Cup Spiele der Carlstadt Crusaders erflogreich gesendet. LGSports wird für 49€ auch eine DVD mit allen Spielen verkaufen.
Wer allerdings einen Tag Zeit hat und wartet, kann auf der offiziellen Homepage www.2010wwc.info das Spiel kostenlos runterladen. Das Media Team des schwedischen Verbandes wird jedes Spiel aufzeichen, online stellen und zusätzlich ein Highlight Video erstellen.