Archiv für ‘Blog’ Kategorie

Wikingerhelm statt Footballhelm

07.05.10

Autor: Freya Kleine | Kategorie: Allgemein, Blog, Fan-Zone, Freya Kleine, Inside the Team

„Toll, du bist in der Nationalmannschaft! Bekommst du da auch Geld?“ – So sind viele Reaktionen aus meinem Freundeskreis. Doch leider ist das Gegenteil der Fall: Die Kosten sind für normal sterbliche Footballspielerinnen, die ihr Land mit ihrem Lieblings-Hobby bei der WM vertreten wollen, nur schwer aufzubringen.

Also machten Svenja und ich uns Gedanken, wie wir das Geld zusammenbekommen könnten. Finanzielle Unterstützung erhalten wir bereits von unserem Verein (ASC Kiel e.V.), sowie dem AFVSH. Weitere Anträge an die Stadt Kiel, den LSV sowie regionale Unternehmen sind schon gestellt.

Doch da wir den Großteil der Kosten noch immer selbst tragen müssen, beschlossen wir, beim Season Opener der GFL in Kiel mit der Spendendose umherzuwandern.

Damit wir auch nicht zu übersehen waren, bewaffneten wir uns mit Wikingerhelmen und Hawaiiketten in den Deutschland-Farben. Dazu kamen Shirts, auf die wir noch schnell in Handarbeit selbst das WWC-Logo aufgebügelt hatten. Eine kleine Deutschland-Flagge vervollständigte unser „Outfit“. Während der Tailgate-Party kamen viele Kieler Fans auf uns zu und füllten unser Sparschwein, während andere sich wohl nur fragten, warum wir so komisch aussahen. Aber da muss durch, wer Geld sammeln will ;). Insgesamt kamen an diesem Tag um die 100,- € zusammen, sowie viele Glückwünsche und unterstützende Worte – vielen Dank dafür an die Kieler Fans!

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Michelle Kränzlein: „Respekt – aber keine Angst“

06.05.10

Autor: Jörg Schlüter / Huddle | Kategorie: Allgemein, Blog, Inside the Team

(JS) – Michelle Kränzlein ist erst 17 Jahre jung und eines der großen Talente im deutschen Damenfootball. Die gebürtige Bayerin geht noch zur Schule in die 11. Klasse der Emil-Possehl-Schule (Fachgymnasium Bereich Technik) und bereitet sich in diesen Wochen intensiv auf die Damenfootball Weltmeisterschaft in Schweden vor. Jörg Schlüter unterhielt sich mit der Sportlerin, die auch längere Anfahrtswege zum Training in Kauf nimmt und von der in den nächsten Jahren sicherlich noch viel zu hören und sehen sein wird.

Football-aktuell.de: Hallo Michelle, Was fasziniert Dich eigentlich am Footballsport. Reich kann man nicht werden und andere Sportarten genießen mehr Aufmerksamkeit.

M. Kränzlein: Über Basketball, Breakdance und Ballett kam ich zum American Football. Da ich Linebacker bin, finde ich es ganz besondern toll, andere Spieler (natürlich regelgerecht) zu stoppen. Aber auch als Half- und Fullback werde ich eingesetzt. Der Zusammenhalt in jeder Mannschaft ist große Klasse und die WM bedeutet für uns alle eine große Herausforderung.

Football-aktuell.de: Wir haben gehört, dass Du sowohl in Lübeck als auch in Hamburg trainierst. Das bedeutet für Dich einen großen Aufwand und was bleibt dann noch vom Leben übrig?

M. Kränzlein: Der Plan, in Lübeck eine Cougars Damenmannschaft aufzubauen, musste leider wieder vertagt werden. Wir fahren immer mit drei Mädels zum Training zu den Amazons nach Hamburg und bei der Cougars A-Jugend, bzw. der zweiten Cougars Mannschaft trainiere ich auch noch mit. Durch das Training mit unseren Jungs verspreche ich mir schneller Fortschritte im Spielverständnis und auch mehr „Härte“ zu erhalten. Für die WM in Stockholm kann das nur hilfreich sein. Ich muss natürlich auch noch Hausaufgaben machen und im Sommer immer früher vom Strand weg. Aber das klappt schon alles miteinander.

Football-aktuell.de: Wie beurteilst Du in der Rückschau die Auswahlcamps in Köln und Silberborn?

M. Kränzlein: Es kam vor allem darauf an, die Vorgaben der Coaches schnell zu erlernen. In Silberborn war es schon sehr viel anstrengender, als beim normalen Training und wir standen auch alle unter Druck und durften uns nur wenig Fehler leisten – aber das war auch gut so.

Football-aktuell.de: Da Du noch Schülerin bist, bedeutet für die Dich die Finanzierung der WM und der Vorbereitung sicherlich eine besondere Herausforderung. Wie hast Du diese Frage klären können?

M. Kränzlein: Herr Christian Schmidt von den Cougars und seine Kanzlei haben mir netterweise die Camps finanziert. Für die WM geben die Städte Lübeck und Hamburg Zuschüsse, da ich bei den Amazons und den Cougars Mitglied bin. Kleinere Sponsoren geben auch etwas dazu.

Football-aktuell.de: Ihr trefft Euch erst wieder in Berlin-Straussberg, kurz vor dem Abflug nach Schweden. Welchen Support erhältst Du denn von Deinem zuständigen Coach in der Zwischenzeit?

M. Kränzlein: Wir haben einen Ernährungsplan erhalten und werden mit Mails über die neuesten Informationen unterrichtet. Ansonsten trainiere ich, wie schon gesagt dreimal in der Woche mit den Cougars und den Amazons und wir befinden uns alle in einem regen Gedankenaustausch. Überhaupt hat das Teambuilding innerhalb der Defense wunderbar funktioniert.

Football-aktuell.de: Kannst Du Dir denn Hoffnungen auf einen Starterplatz in Stockholm machen?

M. Kränzlein: Ich glaube nicht. Nicole Wirtz hat einen großen Vorsprung. Aber Spielzeit werden wir beide erhalten. Wenn alles klappt, dann können wir in Stockholm jeden schlagen. Wir müssen zwar Respekt, aber dürfen keine Angst vor den Amerikanerinnen haben.

Quelle Jörg Schlüter Huddle/Football-aktuell.de

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Mehr Besucher für den Blog

28.04.10

Autor: AGebek | Kategorie: Blog, Pressearbeit

Der Blog wurde jetzt auf den AFVD-Seiten offiziell vorgestellt:

www.afvd.de/index.php?News=5745

Wie wirkt sich das auf die Besucherzahlen aus?

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Das war Silberborn…

23.04.10

Autor: AGebek | Kategorie: Blog

Für Stockholm werden wir auch Google Maps nutzen, um Euch einen Eindruck zu geben, wo wir gerade sind. Im Rückblick gibts hier nochmal die Jugendherberge Silberborn.

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Be One – Support Germany

12.04.10

Autor: Johanna Frankenberg | Kategorie: Allgemein, Blog, Fan-Zone

Das hier geht an die Familien, Freunde und Teams des 45er-Kader, an die 30 Mädels die es
nicht in den Kader geschafft haben und alle Menschen die an Frauenfootball interessiert sind.
Nachdem nun feststeht welche 45 Frauen bei der WM in Stockholm die Farben Schwarz-Rot-
Gold vertreten werden, ist es jetzt auch an der Zeit sich über die Fanunterstützung Gedanken
zu machen.
Bei der Umfrage auf Ladiesfootball.de waren 39,4% der Meinung das Deutschland die Bronze-
Medaille gewinnen kann/ wird. Bis dahin ist es aber ein hartes Stück Arbeit. Doch werden die
45 Frauen mit Hilfe der Coaches alles daran setzen den Erwartungen gerecht zu werden. Es ist
jedoch klar, dass diese „Mission“ ohne jegliche Unterstützung auf den Stadionrängen noch
härter ist.
Nur mit viel Einsatz, Siegeswille und Engagement aller Beteiligten ist das gesteckte Ziel zu
erreichen. Also, schaut in eure Geldbörsen, bucht einen Urlaub im schönen Stockholm und
kommt ins Stadion wenn Deutschland spielt.

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Die Chroniken von Aurea Moguntia

06.04.10

Autor: Birgit Schwenk | Kategorie: Birgit Schwenk, Blog, Inside the Team

Wir haben Ostersonntag und ich bin mir noch immer nicht sicher, was ich von dem letzten Jahr halten soll. So footballtechnisch gesehen.

Beim Auswärtsspiel gegen Bochum eröffnet mir mein Mainzer Coach, dass er mich im Nationalkader haben will, und ich erwidere mit dem Brustton der Überzeugung: „Nein! So was werde ich definitiv nicht machen!“. Heute sitze ich am PC und lese mir zum wiederholten Male ungläubig Christianes E-Mail durch, in der steht, dass ich mit nach Stockholm fahren darf. (O.o)

Im Spätsommer kommt die Information, dass ich zum Tryout nach Köln eingeladen bin. Also gut, ich muss ja nicht alleine in die Höhle des Löwen und darf 5 meiner Teamkameradinnen mitnehmen. Das entspannt ungemein. Weniger entspannt – und mit einigen Debatten mit meinem Hausarzt verknüpft – sind die kaputten Außenbänder, die mich ins Tryout begleiten. Da musste ich mir schon einige Sprüche anhören „Ach, du bist eine von den Verrückten, die eine Woche vorm Tryout noch ein Scrimmage spielen!“ … „Ja, genau so eine von denen bin ich.“  Mein Kampfgeist ist geweckt! So was lasse ich doch nicht auf mir sitzen! ATTACKE!

Die Phase des Wartens beginnt. Mal aufgedreht, mal verzweifelt, mal euphorisch, mal am Rande des Wahnsinns. Mein näheres Umfeld muss einiges aushalten. Je näher der Januar kommt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich über Schweden, Weltmeisterschaften und Football rede. Wie gut, dass ich durch Schnee, Skier, Snowboards  und Kinder abgelenkt bin. Am 7.1.2010 um 9:14H erschüttert ein Jubelschrei Österreich. Ich erhalte eine SMS aus good old Germany von Jörg: „Herzlichen Glückwunsch du bist drin, wie alle von uns auch!“  Das muss man erstmal verdauen und aufpassen, dass man nicht an seinem Nuttellabrötchen erstickt! \(*.*)/

Der März kommt und mit ihm die Nervosität. Im Büro werde ich regelmäßig gefragt, wann das Camp ist und ob man danach seine Puschel rausholen darf, um mein Cheerleader zu sein. In der Woche vor dem Camp habe ich es schwer, mich auf die Arbeit zu konzentrieren und mich nicht ausschließlich mit der Packliste, der Abfahrtszeit, dem Defense-Playbook und den letzten motivierenden Worten vom Coach zu beschäftigen. Gott sei dank ertrinke ich fast in Arbeit und kann so mein Nervenkostüm aufrechterhalten und muss keine Angst haben, vollkommen am Rad zu drehen.

Und dann ist er da. Der Tag, an dem es auf zu neuen Ufern geht. Der nächste Schritt auf dem Weg zu „Ruhm und Ehre“.

Nach einer schlaflosen Nacht sammel ich Sharon und Sonja in Mainz ein. Gemeinsam düsen wir 30 Kilometer weiter zu Becky, um dort Michelle zu treffen und ganz umweltschonend mit Erdgas nach Silberborn zu heizen. Zeit haben wir genug im Gepäck…Ach ja, Gepäck haben wir auch genug. Wären wir wie ursprünglich geplant zu sechst ins Camp gefahren, hätten wir ein echtes Platzproblem gehabt. Dabei war das Auto schon ein Van! (O.O)

Eigentlich hatten wir geplant, nochmal gemeinsam die Playbooks durchzugehen, letztendlich haben wir uns jedoch mit Beckys Soziologiezusammenfassung beschäftigt. Simmel und Co. begleiteten uns den ganzen Weg von Frankfurt nach Holzminden.

Silberborn, willkommen im Nirgendwo! Ich bin zwar ein Landkind, aber so ländlich brauche ich es eigentlich nicht. Gefühlte 50 Kilometer kein Aldi, kein Lidl und keine Tankstelle. Moment. Eine Tankstelle haben wir gefunden! Abstoppen, cutten und eng mit der Erdgassäule kuscheln. Wer weiß, ob die hier auf dem Land auch sonntags offen haben! Nein, so schlimm war es nicht. Wir sind nur von der falschen Seite gekommen. Von anderen erfahren wir am Wochenende, dass es 10 Minuten entfernt sogar einen McDonalds gibt! Unser Navi ist einfach diätfreundlich!

Das Wochenende ist schnell erzählt. Regen, Theorie, Regen, Training, essen, Regen, Theorie, Schlammschlacht, schlafen. Aufstehn, essen, Theorie, Schlammpackung aus gutem niedersächsischem Moorschlamm, essen, Theorie, noch mehr Schlamm, schlafen. Meine neue Waschmaschine wird sich freuen!

Essen. Wichtig! Wichtig! Leider ist die Küche nicht auf über 70 ausgehungerte Frauen ausgelegt…zumindest nicht freitagabends. Ich vermute, sie haben nicht mit dieser hungrigen Meute gerechnet, die sich wie Piranhias auf die Bratkartoffeln stürzt. Wer zuletzt kommt, der begnügt sich mit Brot und Salat. Frei nach dem Motto des Wochenendes „Be flexible“  Kommentar aus der Küche: „Die Bratkartoffeln waren doch nur Beilage!“ *LoL*
Die Küchenfeen haben gelernt. Samstags ist genug da und sonntags gibt es lecker schmecker Gemüsesuppe. Ein ordentliches Steak wäre mir persönlich lieber gewesen. (^.^)

Und dann war es auch schon vorbei, mit dieser Etappe. Montag morgen wandert die Wäsche in den Vollwaschautomaten und muss leider zweimal gewaschen werden, da sich Silberborner Schlamm tief in Poren setzt. Ich sitze wieder im Büro und genieße die Ruhe, die die Ferien so mit sich bringen. Bin ich erschöpft? Ja. Mental. Die innere Anspannung fällt ab und ich bin wieder im Hier und Jetzt. Zurück in der Realität. Meine innere Manöverkritik sagt mir, dass ich einiges hätte besser machen können. Die Bilder von Andy sprechen eine ähnliche Sprache. Die Trainingseinheiten zuhause sind wieder losgelöst von allem Stress, und ich empfinde es als echte Erholung, wieder mit meinen Mädels herumalbern zu können und zu wissen, dass dies der Bereich beim Football ist, bei dem ich einfach nur Spaß haben kann, ohne den Druck des Scoutings im Nacken zu spüren. Letztendlich sind es zwei Welten. Die Welt der Nationalmannschaft, in der ich Leistung bringen will, weil ich eben eine Nationalspielerin bin und somit einen Leistungssport mache, und die Welt im Verein, wo wir alle spielen, weil es uns Spaß macht und wo man auch mal „die Kekse auspackt“, beim Warmlaufen alberne, kindische Liedchen trällert und trotzdem gewinnen will.

Meine Familie, Freunde und Kollegen reagieren mit Jubel auf die E-Mail von Christiane und ich sitze wieder wie geplättet vor meinem Computer und frage mich, wo das vergangene Wochenende geblieben ist.  Es ist wirklich surreal. Wir sind mit 5 Mädels aus Mainz nach Silberborn gefahren und fahren genauso weiter nach Schweden. Das Rookie-Team aus dem Süden, das im vergangenen Jahr aus der Taufe gehoben wurde, stellt nach zwei Erstligisten die meisten Spielerinnen der Natio. Und ich? Ich, die immer eine 4, wenn Volleyball gespielt wurde eine 3, in Sport hatte, steht bei einer Weltmeisterschaft im Kader und trägt die Farben ihrer Nation. Kann mich bitte mal  jemand wecken? Das muss ein Traum sein! \(*.*)/

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Jetzt steht es fest – Diese 45 sind dabei!

02.04.10

Autor: AGebek | Kategorie: Allgemein, Blog, Inside the Team

Auf der AFVD Seite wurden heute die 45 Spielerinnen für die Weltmeisterschaft 2010 bekannt gegeben.

Aufmerksame Besucher von Facebook konnten schon die eine oder andere Nominierung am Mittwoch Abend live verfolgen. Freudenschreie konnte man virtuell aus der ganzen Republik hören.

Mehr Infos gibt es hier.

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Tag der Entscheidung

31.03.10

Autor: AGebek | Kategorie: Allgemein, Blog, Inside the Team, Staff

Was für ein trauriger Morgen. Es regnet. Nicht ein bisschen, sondern ständig. Dazu hat man uns allen über Nacht eine Stunde geklaut. Einge haben abends zusätzlich die eine oder andere Stunde verschenkt, weil sie noch nicht einschlafen konnten.

Heute ist der große Tag der Entscheidung. Wer heute alles gibt und das neu Gelernte umsetzt, kann die Entscheidung der Coaches noch beeinflußen. Das Einzige, das jetzt schon feststeht, ist: Heute abend wird eine Entscheidung getroffen.

Der Vormittag steht ganz im Zeichen von Coach Trabi. Zuerst sind wieder einmal Special Teams gefragt. Mittlerweile hat der Regen aufgehört. Jetzt stehen verschiedene Positionsgruppen mit ihren Walkthru oder leichten Technik-Übungen auf dem Programm. Für den Rest bedeutet das eine Verschnaufpause.

Nach dem Essen steht das abschliessende Scrimmage an. Die letzten 36 Spielzüge im Camp. Die Coaches planen ganz genau, welche Spielzüge sie von welchem Spieler nochmal sehen wollen. Alle Quarterbacks bekommen eine Chance. Bei den Running Backs wird Suse Erdmann geschont. Sie steht als eine der wenigen bereits fest im Kader für Stockholm. Die Restlichen bekommen ihre Bewährungsprobe.Im Scrimmage erweist sich die Deutsche Defense als sehr stark und kann Vorteile für sich verbuchen.  Das beruhigt, wenn man sich in Schweden später auf die Defense verlassen kann.

Nach dem Scrimmage folgt die große Verabschiedung. Es gibt ein Teamfoto, sowie Gruppenfotos. Die Portraits hatten wir ja schon gestern gemacht.  Zum Glück, denn einige Spielerinnen kann man vor lauter Matsch kaum noch erkennen.

Nun folgt das große Aufräumen. Das ganze Equipment muss wieder im LKW verstaut werden. Die dreckigen Jerseys werden eingesammelt. Viele Kisten werden geschleppt.

Die Coaches treffen sich mit der Leistungssportdirektorin Christiane Langkamm im Meetingraum. Die schwere Entscheidung steht an. Jeder Postion-Coach gibt seine Reihenfolge der Spielerinnen bekannt. Besonders bei den Wackel-Kandidaten werden Vor- und Nachteile ausführlich erläutert und zusammen mit dem zuständigen Coordinator und den anderen Coaches diskutiert. Auch Coach Trabi, zuständig für die Special Teams, kommt immer wieder zu Wort, denn manchmal sind die Special Teams das Zünglein an der Waage.

Für mich, der die meiste Zeit des Trainings nur durch den Sucher des Fotoapparates oder Videokamera gesehen hat und sich nicht jede Position genau angeschaut hat, sind einige Entscheidungen überraschend. Das Traurige an Auswahlmannschaften ist manchmal die Auswahl. Einige Gesichter kennt man schon seit Jahren, andere hat man gerade kennengelernt. Ich habe in den letzten Tagen viele nette und sympathische Spielerinnen kennengelernt. So wie man generell sagen muss, dass die Stimmung im Camp sehr gut war.

In Strausberg werden aber viele davon nicht dabei sein können. Es muss auf 45 Spielerinnen reduziert werden. Die Erklärungen der Coaches sind überzeugend und wir sind sicher, die Spielerinnen ausgewählt zu haben, die in Stockholm den größtmöglichen Erfolg versprechen.

Nach dem Meeting werden die Sachen gepackt. Zusammen mit dem Equipment-Fahrzeug sind wir die letzten vor Ort. Es endet wie es begann. Mit Sonnenschein und einer leeren Jugendherberge, die in den letzten Tagen einige der weltbesten Football-Spielerinnen zu Gast hatte.

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Aufräumen ist angesagt

29.03.10

Autor: Christiane Langkamm | Kategorie: Allgemein, Blog, Staff

Nach dem Coaches-Meeting machten sich als beinahe letzte die Berliner Autos auf den Weg: Coach Trabi, Physio Steffen, Team-Managerin Mariam und ich fuhren bis unters Dach vollgequetscht mit dem Auto in die Hauptstadt zurück, während die Equipment-Crew den von „Anzak Autovermietung Berlin“ gesponsorten Lieferwagen gen Osten steuerte. Am heutigen Vormittag trafen wir uns dann gleich wieder, um den Kleinlaster zu entladen. Wassertonnen, Step-Over-Bags, unfassbar dreckige Trikots und sogar ein (Spielerinnen, dankt es dem Matsch!) nicht benutzer Blockschlitten kamen zum Vorschein. Kisten, Tüten, Becher, Tape, Leinwände, Beamer, Kühlboxen, Probehelme, Werkzeug und Ersatzteile…
was haben wir nicht alles angeschleppt; das Auto sah aus, als ziehe ein gesamter Haushalt um. Jetzt ist alles wieder gut verstaut, die Waschmaschinen laufen auf Hochtouren und wir bereiten uns geistig bereits auf das nächste Camp im Juni in Strausberg (bei Berlin) vor. Von dort geht es dann direkt zum Flughafen Berlin-Schönefeld und zur WM nach Stockholm.

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Tag 2 – Es wird hart gearbeitet

29.03.10

Autor: AGebek | Kategorie: Allgemein, Blog, Inside the Team

Das Wetter wird etwas besser. Besser bedeutet, dass man trainieren kann. Es regnet noch immer zwischendurch und sobald Wind aufkommt wird es auch bitterkalt. Aber wir können das machen, für das wir hier zusammenkommen sind: Football!

Das erste Training des Tages übernimmt Coach „Trabi“ Melzer. Er hat ein umfangreiches Programm ausgearbeitet, um die Spielerinnen für die Special Teams zu testen. Während die Kicker, Punter, Longsnapper und Returner auf den Platz runtergehen, darf ich ich die Test für Kickoff und Kickoffreturn filmen. Darf, weil die Kamera hierfür im warmen Speisesaal steht, während die Mädels das Spielfeld vor mir langsam in eine Matschwüste verwandeln. In fünf Reihen nebeneinander rennen sie immer wieder das Feld runter. Bei immer mehr Mädels wandelt sich das weiß und rot der Jerseys langsam in ein einheitliches Braun. Später werden wir feststellen, das es viele Schattierungen von Braun gibt, je nach dem wie alt die Flecken sind.

Das folgende Team-Training wird natürlich auch gefilmt. Beim InsideRun gelingen der Offense einige Big Plays. Später beim Scrimmage hat die Defense wieder die Nase vorn.

Normen Lück, unser Video-Mann, sammelt die Kameras sofort nach dem Training ein. Jetzt beginnt für ihn die heisse Phase. Alle Videos  werden auf seinen Laptop überspielt und jeder Spielzug einzeln abgespeichert. Das dauert noch am längsten im gesamten Ablauf. Wir zeichnen bis auf die Indies alle Drills auf. Das Scrimmage wird sogar teilweise mit drei Kameras gefilmt. Wenn Normen alles auf seinem Laptop hat, dann bringt er ihn mit zum Essen und die Coaches bekommen nebenbei die Videos auf ihre Festplatten kopiert. Dank moderner Technik steht jedem Coach das gesamte Videomaterial zeitnah auf seinem Laptop zur Verfügung. Eine tolle Sache, besonders wenn man das mit der Situation vor 10 bis 15 Jahren vergleicht. Damals gab es nur VHS Video. Das Kopieren dauerte ewig und beim Abspielen war der Komfort auch nicht besonders. Anstelle von VHS und Fernseher hat man heute Computer und Beamer.

Am Nachmittag sind wir wieder auf dem Platz. Mittlerweile gibt es nur wenige Ecken, die wir noch nicht umgepflügt haben. Die Spielerinnenrutschen öfter mal aus. Leide sind auch die ersten Verletzungen eingetreten. Unsere beiden Physios Meike und Steffen haben ja ehe schon alle Hände voll zu tun mit Tapen und Versorgung von kleinen Verletzungen, aber jetzt bekommt leider auch unser Teamarzt Dr. Marco Ezechieli zu tun.  Zum Teil tragen die Platzbedingungen Mitschuld, zum Teil sind es Verletzungen, die beim Football vorkommen können. Allen Verletzten von hier aus Gute Besserung und der Wunsch das sie recht bald wieder gesund sind.

Am Nachmittag haben wir nochmal die Presse zu Gast. Diesmal ist es die Neue Westfälische, die wir begrüßen dürfen. Als Interviewpartner wird Suse Erdmann gewünscht, die sich im Trainingscamp in guter Form präsentiert und am Nachmittag mehrfach durch die Gegner tanzt als wären sie Slalomstangen.

Am Abend stehen neben den Video und Theorie-Einheiten für alle Defense-Spieler ein Einzelgespräch auf dem Programm.  Defense Coordinator Daniel Koch und seine Coaches führen mit jeder Spielerin in ihrer Gruppe ein Gespräch. Sie zeigen Ihnen auf, wo sie im Augenblick im Ranking stehen, was von ihnen am letzten Trainingstag erwartet wird, wo ihre Stärken und wo ihre Schwächen sind. Damit kennt jede Spielerin die Ausgangsituation für den letzten Tag. Die beim Football eher ungewohnte Maßnahme kommt bei den Spielerinnen  gut an.

Am Abend sinken alle müde in die Betten. Die Nacht ist kurz, nicht zuletzt weil die Zeitumstellung uns eine Stunde zusätzlich klaut. Gerüchteweise soll ein Coach in seinem Zimmer bei der Vorbereitung auf den nächsten Tag über der Arbeit komplett eingeschlafen sein…

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